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Krankheitsbilder der Visceral-, Gefäß und Thoraxchirurgie

Das Bronchialcarcinom - Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung

 

  Naruke Schema Das Bronchialcarcinom (BC) ist ein bösartiger Tumor der Lunge. Es steigt in seiner Häufigkeit ständig und nimmt heute Platz 3 der häufigsten Karzinome ein. Bei Männern ist es die häufigste krebsbedingte Todesursache.

Es werden zwei Arten unterschieden: Das kleinzellige BC und das nicht-kleinzellige BC. Sie unterscheiden sich wesentlich hinsichtlich ihres Wachstums, der Behandlung und der Prognose.

Nicht-kleinzellige BC wachsen meist lokal begrenzt und bilden seltener Metastasen. Sie werden nach ihrem Zellbild weiter unterteilt in Plattenepithelcarcinome, Adenocarcinome und großzellige Carcinome. Ihr Anteil beträgt ca. 80% der bösartigen Lungentumore. Kleinzellige BC findet man in etwa 15% der Fälle. Sie haben wegen des schnellen Wachstums und der frühen Metastasierung  eine schlechtere Prognose als die nicht-kleinzelligen BC.

 

Rauchen und Umweltgifte wie z.B. Asbest spielen für die Carcinomentstehung eine entscheidende Rolle. Das Risiko für einen Raucher, an Lungenkrebs zu sterben, ist 40-mal so hoch wie bei einem Nichtraucher.

Untypische Frühzeichen, die auf  Lungenkrebs hindeuten sind Husten, Schweratmigkeit und Brustschmerzen. Erst in späteren Stadien findet man deutlichere Hinweise mit Gewichtsabnahme und blutigem Auswurf. Daher wird Lungenkrebs oft erst sehr spät erkannt und dies ist der Hauptgrund für seine schlechte Prognose. Vor allem männliche Raucher über 40 Jahre sollten daher Frühzeichen wie Husten über mehr als 3 Wochen nicht verharmlosen. Je früher Lungenkrebs behandelt wird, desto besser sind auch die Heilungschancen.

 

Zur Diagnostik sollte bei geringstem Verdacht v.a. eine lungenfachärztliche Untersuchung erfolgen. An diagnostischen Verfahren stehen heute Röntgenaufnahmen der Lunge, Computertomogramm und Ultraschall zur Verfügung. Wichtig sind auch Lungenfunktionsteste und eine Bronchoskopie mit Gewebeprobe. Damit kann meist bereits der Tumor bestätigt und der Tumortyp festgelegt werden. Weiterführende diagnostische Schritte sind PET-CT und CT-gesteuerte Probeentnahme.

 

  Röntgenbild der Lunge

  Computertomographie der Lunge

 

Die Therapie hängt in erster Linie vom Tumortyp und der Tumorausbreitung ab.

Beim nicht-kleinzelligen BC steht die Operation mit kompletter Entfernung des Tumors und der umgebenden Lymphknoten die entscheidende Rolle. Je nach endgültigem Tumorstadium, das erst nach der Operation vom Pathologen festgelegt wird (TNM-Stadium), sind postoperativ ergänzende Therapien wie Chemotherapie und/oder Bestrahlung notwendig.

Beim kleinzelligen BC kann nur in sehr frühen Stadien operiert werden solange kein wesentlicher Lymphknotenbefall und keine Metastasen vorliegen. Die Standardtherapie beim kleinzelligen BC besteht in Chemotherapie und Bestrahlung.

In der Regel wird nach Abschluss des stationären Aufenthalts eine Anschlussheilbehandlung  in besonders erfahrenen Tumornachsorgekliniken empfohlen. Besonderer Schwerpunkt dieses Therapieschrittes ist die Verbesserung und Sicherung der Lebensqualität auf körperlicher, sozialer, psychischer und beruflicher Ebene.

Nach abgeschlossener Therapie ist aufgrund der Rezidivhäufigkeit eine engmaschige Tumornachsorge wichtig. Sie kann vom Hausarzt oder vom Pulmologen durchgeführt werden.

Für eine erfolgreiche Diagnostik und Therapie des BC ist neben allem Fortschritt eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mehrerer Fachdisziplinen wie Pulmologie, Radiologie, Pathologie, Anästhesie/Intensivmedizin und Thoraxchirurgie notwendig. Darüberhinaus bedarf es einer engen Kooperation mit Onkologen und Strahlentherapeuten. Nur so kann dieses schwierige Krankheitsbild effektiv therapiert und die bisher schlechte Prognose verbessert werden.

Seit ca. einem Jahr bieten wir in der Klinik St. Elisabeth in Dillingen das gesamte Spektrum der Diagnostik und Therapie des Bronchialcarcinoms, sodass wir ab Januar 2009 zusammen mit der Praxis Drs. Hübner und Renk ein Pulmologisch/Thoraxchirurgisches Zentrum zur Versorgung des Landkreises Dillingen gründen werden.

 

Unsere Kooperationspartner sind:

 

Thoraxchirurgie                        Dr. Xaver Kapfer, Klinik St. Elisabeth, Dillingen

Anästhesie/Intensivmedizin     Dr. Wolfgang Geisser, Klinik St. Elisabeth, Dillingen

Pulmologie                               Dr. Wolfgang Hübner / Dr. Renk, Dillingen

Radiologie                                Dr. Hans-Peter Heinlein, Dillingen

Pathologie                               Prof. Dr. Peter Möller, Uniklinik Ulm

Onkologie                                Dr. Peter Müller, KH Günzburg

                                               Priv.-Doz. Dr. Markus Bangerter, Augsburg

Strahlentherapie                     Prof. Dr. Thomas Wiegel, Uniklinik Ulm

                                               Dr. Voica Ghilescu, Heidenheim

 

Chefarzt Dr. med. Xaver Kapfer



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